Unsere Geschichte

Ein Ort mit Geschichte –
ein Likör mit Seele

Im wildromantischen Müllerthal liegt Beaufort – bekannt für seine imposante mittelalterliche Burgruine und das, bis 2012 bewohnte Schloss im Renaissancestil aus dem 17. Jahrhundert.

 

Fast ein Jahrhundert Tradition im Herzen vom Schloss Beaufort

Die Ursprünge unserer Liköre sind fest im luxemburgischen Boden und im Herzen von Schloss Beaufort verankert. Wer durch die kühlen Gewölbekeller unter dem Wohnhaus des Schlosses schreitet, spürt diese ganz besondere Atmosphäre aus Geschichte, Handwerk und dem Duft von Holz und Frucht.

Es ist kein beliebiger Ort, sondern der Ursprung einer der ältesten noch aktiven Likörmanufakturen Luxemburgs. Seit den 1930iger Jahren wird hier Cassis-Likör hegestellt – traditionell, in Handarbeit und mit frischen Zutaten. In den Folgejahren wurde die Produktpalette durch weitere Liköre erweitert.

1150–1650
Bau

Bau der mittelalterlichen Burganlage von Beaufort

1649
Bau

Errichtung des Renaissanceschlosses im Stil der französischen Renaissance

1892
Kauf

Erwerb der Ruine und des Schlossguts durch Henri Even und seine Brüder

1926
Restaurierung

Beginn der Restaurierung durch Edmond Linckels

1928
Erbe

Edmond Linckels erbt das Schloss

1930
Start

Öffnung der Burg für den Tourismus und Beginn der Cassero-Produktion im Schlossgewölbe

1945
Rückkehr

Rückkehr der Familie Linckels aus der Evakuierung nach dem Zweiten Weltkrieg

1971
Studentenjob

Jacqueline Kuijpers beginnt, als Studentin in der Burg zu arbeiten. Sie unterstützt den Ticket- und Likörverkauf.

1975
Tod

Tod von Edmond Linckels – Anne Marie führt die Produktion fort

1980
Einzug

Einzug von Jacqueline Kuijpers und ihrem Mann Stef in eine Wohnung im Schloss Beaufort

1981
Übergabe

Übergabe des Schlosses an den luxemburgischen Staat

2009
Produktionsübergabe

Familie Kuijpers übernimmt die Likörproduktion von Frau Linckels-Volmer

2012
Tod

Tod von Anne Marie Linckels-Volmer im Alter von 97 Jahren (1914-2012)

2012
LEADER

Beginn des LEADER-Projekts „Schwaarz Kréischelen – Cassis“ mit Eppelpress

2025
Zukunft

Gründung der Liqueurs de Beaufort S.à r.l. und Fortführung der Produktion durch Familie Kuijpers – regional, handgemacht, mit Herz

Schloss Beaufort und der Cassero – Das Vermächtnis der Familie Linckels

Edmond Linckels war eine visionäre Persönlichkeit, die dem luxemburgischen Schloss Beaufort neues Leben einhauchte und mit dem Cassero ein regionales Kulturerbe schuf. Im Jahr 1928 erbte er im Alter von nur 25 Jahren die Schlossdomäne mit Landwirtschaft, Brennerei, Ländereien und Wäldern. Obwohl die Burganlage stark verfallen war, erkannte er ihr kulturelles und touristisches Potenzial. Er ließ die jahrhundertealten Ruinen von Schutt befreien, führte umfangreiche Konsolidierungsarbeiten durch und die Burg  wurde 1932 als erste Burg Luxemburgs für Besucher geöffnet.

Mit großem Engagement förderte er so die touristische Entwicklung der Region und verlieh Beaufort neue Anziehungskraft.

 

Neben der Wiederbelebung des Schlosses widmete sich Edmond Linckels der Likörherstellung. 1930 entwickelte er in den kühlen Gewölben der Burg den Cassero, einen tiefroten Johannisbeerlikör, der rasch zum Markenzeichen des Ortes wurde. Auf den Höhen rund um das Schloss legte er Johannisbeerfelder an und setzte bei der Herstellung konsequent auf Natürlichkeit: frische, vor Ort geerntete Beeren, Alkohol und Geduld. 1964 gab er die Landwirtschaft auf, konzentrierte sich fortan ganz auf die Pflege der Burg und die Produktion des Likörs. Sein Wirken lebt bis heute im Renaissanceschloss, im landesweit bekannten Cassero und in der anhaltenden Begeisterung der Besucherinnen und Besucher weiter.

Anne Marie Linckels-Volmer 

Eine ebenso prägende Rolle spielte Anne Marie Linckels-Volmer. 1914 in Berlin-Lichterfelde geboren, wuchs sie in einem weltoffenen Elternhaus auf. Nach ihrem Abitur plante sie zunächst ein Medizinstudium, wandte sich jedoch den Sprachen und der Kultur zu. 1934 heiratete sie Edmond Linckels – eine Entscheidung, die sie später als die richtige ihres Lebens bezeichnete. Gemeinsam führten sie die Schlossdomäne und engagierten sich intensiv für deren Entwicklung. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Familie eng mit Beaufort verbunden; nach der Rückkehr 1945 sorgte ihre Kuhherde dafür, dass die Kinder des Ortes täglich frische Milch erhielten.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1975 übernahm Anne Marie Linckels-Volmer allein die Verwaltung der Burg und führte auch die Likörproduktion weiter.

1981 übertrug sie die Schlossdomäne an den luxemburgischen Staat. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 bewahrte sie das historische Erbe mit großer Hingabe.

So bleibt das Schloss Beaufort nicht nur ein Ort voller Geschichte, sondern auch ein lebendiges Zeugnis des Engagements zweier außergewöhnlicher Persönlichkeiten.

Hüterin der Likörtradition: Mit Respekt übernommen, mit Leidenschaft weitergeführt

Seit 1980 lebt Jacqueline Kuijpers im Schloss – ihre Verbindung reicht jedoch noch weiter zurück: Bereits als junges Mädchen arbeitete sie hier und wuchs Schritt für Schritt in die Welt von Schloss und Likörmanufaktur hinein. Was einst mit einfachen Aufgaben begann, wurde zu einer Lebensaufgabe. Zunächst war sie als Verkäuferin tätig, später als Hausdame und schließlich als enge Vertraute von Madame Linckels. Über Jahrzehnte hinweg lernte sie nicht nur die Abläufe, sondern auch die Werte und die Philosophie hinter dem Cassero kennen.

Im Jahr 2009 übernahm sie gemeinsam mit ihrem Mann die Herstellung der Liköre – in großer Verantwortung und mit echter Leidenschaft. Dabei war sie nicht nur Bewahrerin der Tradition, sondern auch treibende Kraft für die behutsame Modernisierung der Produktionsabläufe. Jacqueline strukturierte Prozesse neu, optimierte Arbeitsweisen und sorgte dafür, dass Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit in Einklang gebracht wurden – stets mit dem Ziel, den ursprünglichen Charakter des Likörs zu bewahren.

In den tiefen Kellern herrscht bis heute eine besondere Atmosphäre: Natursteinwände, gestampfter Erdboden und gedämpftes Licht. In diesen historischen Gewölben reifen die Liköre heute in modernen Edelstahlfässern – eine bewusste Umstellung, die Pflegeaufwand und Kosten reduziert, ohne den traditionellen Geschmack zu verändern. Eine dezente, geheime Veredelung sorgt weiterhin für den unverwechselbaren Charakter.

So verbindet Jacqueline Kuijpers Erfahrung und Innovationsgeist – mit großem Respekt vor dem Erbe und einem klaren Blick in die Zukunft.

LEADER-Projekt „Schwaarz Kréischelen – Cassis“

LEADER ist ein EU-Programm, welches Projekte unterstützt, die ländliche Wirtschaft, Nachhaltigkeit und regionale Identität stärken.

Im Jahr 2012 startete Jean-Paul Friederes von der Eppelpress gemeinsam mit Jacqueline Kuijpers und dem LEADER Mellderdall das LEADER-Projekt „Schwaarz Kréischelen – Cassis“. Ziel war es, die fast verschwundene Kultur schwarzer Johannisbeeren im Müllerthal wiederzubeleben – und damit die Zutaten für den traditionellen Cassero direkt vor der Haustür wachsen zu lassen.

Auf mehreren Parzellen rund um Beaufort und Eppeldorf wurden über 9 000 Johannisbeersträucher ge­pflanzt. Das sichert langfristig ein regionales Rohstoffdepot für Cassero, Gelee, Sirup, Fruchtsäfte und Balsamicoessig.

Während ein Teil der Beeren sofort frisch zur Mazeration in den Schlosskeller gebracht wird, verarbeitet die Eppelpress den übrigen Ertrag zu hochwertigen Spezialitäten.

So entstehen kurze Transportwege und volle Aromaqualität.